Internationales Tanztheater XXIV

Choreografien von Company Idem, Yverdon-les-Bains und Yaron Shamir, Reutlingen
Das Tanztheaterfestival kehrt mit einem neuen abwechslungsreichen Programm zurück und zeigt an jeweils einem Abend eine in dieser Form einzigartige Zusammenstellung von zwei unterschiedlichen Choreografiehandschriften. Zum ersten Mal steuert das Theater selbst eine Produktion bei: »Ne me quitte pas« zeigt zu Liedern von Nina Simone eine Choreografie über Trennung, Träume und Trauer. Zusätzlich zum Abendprogramm können Schüler*innen mit Tanzerfahrung sowie Lehrer*innen in einem Workshop zum Selbsttanzen von einem der eingeladenen Choreografen neue Impulse für die eigene Arbeit gewinnen.
Zusätzlich bietet die Company Idem am Sonntag, 8. Oktober von 11:00 bis 13:00 Uhr einen Workshop zum Selbsttanzen an, in denen Schüler*innen mit Tanzerfahrung sowie Tanzlehrer*innen neue Formen kennen lernen und neue Impulse für die eigene Arbeit gewinnen können.
Programm
Yaron Shamir, Theater Reutlingen Die Tonne
Ne me quitte pas
Es gibt alltägliche und außergewöhnliche Verabschiedungen. Trennungen über ein paar Stunden oder für eine sehr lange Zeit. Und die Abschiede für immer. Da sind äußere Umstände, die uns zum Weggang zwingen. Dann ist es wieder ein eigener Entschluss oder ein Gefühl, das uns veranlasst, fortzugehen und uns von Menschen, die wir lieben, zu trennen. Zu den monumentalen Liedern von Nina Simone gießen die beiden Frauen auf der Bühne ihre Liebe, ihr Sehnen und ihren Abschiedsschmerz in Bewegung.
Die Jazz- und Bluessängerin Nina Simone hat neben ihren eigenen Songs unzählige Lieder anderer Musiker*innen interpretiert. Darunter auch das titelgebende Chanson »Ne me quitte pas«, das erstmals 1959 von Jaques Brel aufgenommen wurde. Der israelische Choreograf Yaron Shamir, den eine langjährige Zusammenarbeit mit dem Theater Reutlingen Die Tonne verbindet, hat zu »dunklen« Liedern von Simone eigens für das Internationale Tanztheater XXIV eine kurze, dichte Choreografie erarbeitet.
Choreographie Yaron Shamir
Tänzerinnen Nina Hoehne · Simona Semeraro
Dauer: 15 Minuten
Company Idem, Yverdon-les-Bains
Imbalance
Die widersprüchliche Natur des Dionysus
In der griechischen Mythologie ist Dionysos nicht nur der Gott des Weins und der Exzesse. Er steht vor allem für die Balance zwischen dem Rationalen und dem Irrationalen, für Kontrolle auf der einen und Chaos auf der anderen Seite. In der Mythologie versucht er den Menschen zu vermitteln, dass sie sich ihrer »dunklen« Seite bewusstwerden sollen, um diese letztlich zu akzeptieren. Das Exzessive kann ungeheure schöpferische Kraft freisetzen aber auch ins Verderben führen. Der Mensch trägt jenen Widerspruch in sich: Er sehnt sich nach Glück, Frieden, Schönheit, Unsterblichkeit und ist Erschaffer großartiger Werke. Gleichzeitig ist er in der Lage, die schlimmsten Verbrechen zu begehen und kann der Zerstörer von Welten sein.
»Imbalance« ist ein zeitgenössisches Tanzstück, dass sich mit diesem Widerspruch auseinandersetzt. Inspiriert vom antiken griechischen Weingott Dionysos verbindet die Choreo-graphie poetische Bilder mit einer virtuoser und vielseitigen Tanztechnik. Die energetische zeitgenössische Choreographie konzentriert sich auf eine ausdrucksstarke Dynamik sowie Kontraste und Bewegungen, die den Eindruck erwecken, aus dem Gleichgewicht geraten zu sein.
Dauer: ca. 80 min
Choreographie Clément Bugnon · Matthias Kass
Tänzer*innen Rosalia Pace · Pauline Richard · Matthias Kass · Manolo Perazzi · Stefano Roveda
Koproduktion Théâtre Benno Besson
Partner LeZarticirque · Phönix Theater Steckborn
Tournee Förderung ProHelvetia
Workshop
Zusätzlich zum Abendprogramm lädt Clément Bugnon, Absolvent der John-Cranko-Schule und Mitbegründer der Company Idem, am Sonntag, 8. Oktober von 11:00 bis 13:00 Uhr zu einem Workshop zum Selbsttanzen ein. Der Kurs richtet sich an Schüler*innen mit Tanzerfahrung sowie an Lehrer*innen, die neue Impulse für die eigene Arbeit gewinnen möchten. Nach einem gemeinsamen Aufwärmen erlernen die Teilnehmenden Ausschnitte des Repertoires von Company Idem.
Anmeldung bei Alice Feucht unter feucht@theater-reutlingen.de
… gut, dass die Tonne auch immer wieder mal die Fühler zum Tanztheater ausstreckt auf der Höhe der Zeit und der Bühne. – GEA, 12.10.15
Das Publikum bedankte sich für den abwechslungsreichen und künstlerisch anspruchsvollen Abend bei allen Künst lern mit tosendem Applaus. − SCHWABISCHES TAGBLATT 13.10.15
Presse
Feuerwerk der Emotionen…